Seemannsknoten: Palstek, Webeleinstek und Co.

Aktualisiert am 28.08.2026 · nautilog Segelwissen

Worum es geht

An Bord braucht es keine dreißig Knoten, sondern eine Handvoll, die im Dunkeln und mit klammen Fingern sitzt. Entscheidend ist weniger die Zahl als das Wissen, wofür ein Knoten gemacht ist — und wo er versagt: Der Kreuzknoten rutscht bei ungleich dicken Leinen auf, der Webeleinstek löst sich bei wechselnder Last, und ein Achtknoten am falschen Ende nützt niemandem.

Der Palstek ist der wichtigste von allen. Er erzeugt eine Schlaufe, die sich unter Last nicht zuzieht und sich danach trotzdem wieder öffnen lässt — die Eigenschaft, auf die es beim Festmachen wie bei der Rettungsschlinge ankommt. Wer nur einen Knoten übt, übt diesen, und zwar so lange, bis er ihn einhändig und ohne Hinsehen legt.

Die wichtigsten Knoten an Bord

Die wichtigsten Standardknoten und ihr primärer Einsatzzweck an Bord.

Palstek

Zweck: Erzeugt eine feste, sich nicht zuziehende Schlaufe.

  • Einsatz: Festmacher (Schlaufe über den Poller), Rettungsschlinge, Befestigung von Schoten (wenn kein Schäkel vorhanden).
  • Vorteil: Lässt sich auch nach stärkster Belastung im nassen Zustand sehr gut lösen.

Webeleinstek

Zweck: Schnelles Belegen an einem Pfahl oder der Reling.

  • Einsatz: Standardknoten zum Anbringen von Fendern an der Reling.
  • Achtung: Neigt dazu, sich bei wechselnder Belastung zu lösen. Am Poller oft mit zwei halben Schlägen gesichert.

Achtknoten

Zweck: Dient als klassischer Stopperknoten.

  • Einsatz: Am Ende von Schoten und Fallen, um ein Ausrauschen aus Blöcken oder Hebelklemmen zu verhindern.
  • Vorteil: Verklemmt sich nicht so stark wie ein einfacher Überhandknoten.

Kreuzknoten

Zweck: Verbinden von zwei gleich dicken Leinen.

  • Einsatz: Reffen von Segeln (Reffbändsel), Pakete verschnüren.
  • Achtung: Bei unterschiedlichen Leinenstärken oder sehr glattem Material rutscht er bei Zug auf! Dafür stattdessen den Schotstek nutzen.

Schotstek

Zweck: Verbinden von zwei Leinen, auch wenn sie unterschiedlich dick sind.

  • Einsatz: Verlängern von Leinen, Befestigen einer Leine an einer Bucht oder provisorisches Anschlagen einer Schot.
  • Achtung: Hält nur zuverlässig unter Zug. Bei glatten Leinen oder stark unterschiedlicher Stärke besser doppelt legen oder zusätzlich sichern.

Stopperstek

Zweck: Setzt eine Hilfsleine auf eine gespannte Leine, die in eine Richtung belastet wird.

  • Einsatz: Entlasten einer belegten Schot oder eines Falls, provisorischer Griff auf einer gespannten Leine, z.B. beim Klarieren einer Winsch.
  • Vorteil: Klemmt unter Last in Zugrichtung, lässt sich nach Entlastung aber wieder verschieben und lösen.

Belegen auf der Klampe

Zweck: Sicheres Fixieren von Festmachern, Fallen oder Schoten.

  1. Rundtörn: Leine einmal komplett (O-Form) um den unteren Fuß der Klampe führen, beginnend auf der dem Zug abgewandten Seite.
  2. Kreuzschläge: Mindestens 2 Kreuzschläge (Achterform) über die Hörner der Klampe legen.
  3. Kopfschlag: Den letzten Kreuzschlag so drehen (als Schlaufe aufstecken), dass das freie Ende (die lose Part) unter der eigenen Leine eingeklemmt wird.

Häufige Fragen

Welcher Knoten ist der wichtigste an Bord?

Der Palstek. Er legt eine feste Schlaufe, die sich unter Last nicht zuzieht und sich nach stärkster Belastung auch nass wieder lösen lässt — für Festmacher, Rettungsschlinge und das Anschlagen von Schoten unersetzlich.

Warum soll ich den Kreuzknoten nicht zum Verbinden nehmen?

Weil er nur bei gleich dicken, griffigen Leinen hält. Bei unterschiedlichen Stärken oder glattem, modernem Material rutscht er unter Zug auf. Zum Verbinden ist der Schotstek der richtige Knoten, bei stark unterschiedlicher Stärke doppelt gelegt.

Wie belege ich richtig auf einer Klampe?

Zuerst ein voller Rundtörn um den Klampenfuß, beginnend auf der dem Zug abgewandten Seite, dann mindestens zwei Kreuzschläge in Achterform über die Hörner, zum Schluss ein Kopfschlag, der das lose Ende einklemmt. Der Rundtörn nimmt die Last auf — ohne ihn tragen die Kreuzschläge allein.

Hält der Webeleinstek dauerhaft?

Nur unter gleichbleibendem Zug. Für Fender an der Reling ist er der Standard, weil er sich in der Höhe verstellen lässt. An einem Poller oder bei wechselnder Belastung sichert man ihn mit zwei halben Schlägen, sonst arbeitet er sich auf.

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