Crew-Briefing vor dem Ablegen: Die Sicherheits-Einweisung an Bord
Briefing vor Leinen los
Ein Crew-Briefing ist keine Formalität und kein Monolog über jede Schublade. Es sorgt dafür, dass auch neue Mitsegler in den ersten kritischen Minuten richtig handeln können. Die Einweisung findet vor dem ersten Ablegen statt, in ruhiger Atmosphäre und direkt an der jeweiligen Ausrüstung.
Die Reihenfolge folgt der Praxis: persönliche Sicherheit, Verhalten an Deck, Notfälle, Funk und schließlich der tägliche Bordbetrieb. Eine Checkliste verhindert Lücken; Nachfragen und kurzes Vormachen zeigen, ob die Information wirklich angekommen ist.
Persönliche Sicherheit und Bewegung an Deck
Jede Person probiert ihre Rettungsweste an: Sie muss passen, geschlossen sein und ihre Auslösung darf nicht verdeckt sein. Danach werden Lifelines, Einpickpunkte und die Bordregel zum Tragen erklärt. Zur Bewegung gehören rutschfeste Schuhe, eine Hand fürs Schiff, der Weg auf der hohen Seite und das Verbot, Füße oder Hände beim Anlegen zwischen Boot und Pier zu halten.
Kläre außerdem, wann das Cockpit verlassen werden darf und wer Kinder oder unsichere Crewmitglieder begleitet. Das ist besonders vor Nachtfahrt und schwerem Wetter wichtig.
Person über Bord: Rollen statt Zurufe
Die Crew muss wissen, was beim Ruf „Person über Bord" sofort passiert: laut Alarm geben, ununterbrochen zeigen, Rettungsmittel werfen, MOB-Position markieren und den Skipper unterstützen. Ebenso wichtig ist der geplante Weg zurück an Bord — Badeleiter allein reicht bei Bewusstlosigkeit oder Seegang oft nicht.
Die Sicherheitsempfehlungen der RYA betonen ein gründliches Briefing vor dem Ablegen und einen festen Beobachter für die Person im Wasser. Das Manöver wird bei geeigneten Bedingungen mit einer Boje geübt, nicht erst im Ernstfall.
Funk, Feuer und Wassereinbruch
Mindestens eine zweite Person lernt, wie das Funkgerät eingeschaltet, ein DSC-Alarm ausgelöst und ein Notruf abgesetzt wird. Schiffsname, Rufzeichen und MMSI gehören gut lesbar direkt an die Funke. Dann folgen die Standorte von Feuerlöschern, Löschdecke, Gashahn, Hauptschalter, Bilgepumpen, Leckstopfen, Erste-Hilfe-Kasten und Seenotmitteln.
Wichtig ist die erste Handlung: Bei Feuer laut alarmieren, Gas und Energie nur gefahrlos abschalten und Löschmittel passend einsetzen; bei Wassereinbruch alarmieren, Leck suchen, Pumpen starten und Hilfe vorbereiten. Das Briefing ersetzt keine praktische Ausbildung, schafft aber einen gemeinsamen Startpunkt.
Bordbetrieb, Reiseplan und Stellvertretung
Zum Abschluss werden Motorstart und -stopp, Gasherd, Bordtoilette, Seeventile, elektrische Verbraucher und die wichtigsten Verbote erklärt. Die Crew kennt Tagesziel, Wetter, Ausweichhafen und ihre Aufgaben beim Ablegen. Außerdem wird eine Person benannt, die bei Ausfall des Skippers das Schiff zunächst übernehmen und Hilfe rufen kann.
Eine gute Törnplanung berücksichtigt Erfahrung und körperliche Möglichkeiten der Crew. Für längere Etappen wird daraus ein Wachplan. Beides lässt sich in nautilog gemeinsam vorbereiten und für alle Crewmitglieder sichtbar halten.
Häufige Fragen
Wer muss das Crew-Briefing erhalten?
Alle Personen an Bord, unabhängig von Erfahrung oder geplanter Aufgabe. Erfahrene Mitsegler kennen möglicherweise andere Boote, aber noch nicht die Ausrüstung, Notwege und Regeln dieses Schiffes.
Wann findet die Sicherheits-Einweisung statt?
Vor dem ersten Ablegen und bevor Zeitdruck entsteht. Bei Crewwechsel oder geänderter Ausrüstung werden die betroffenen Punkte erneut gezeigt; vor Nachtfahrt oder Schwerwetter folgt ein kurzes Zusatzbriefing.
Was ist der wichtigste Inhalt?
Jede Person muss wissen, wie sie Alarm gibt, eine passende Rettungsweste trägt, sich sicher bewegt und bei Person über Bord handelt. Mindestens eine zweite Person sollte Motor und Funk bedienen sowie Hilfe rufen können.