Ankern und Bojenfelder: Sicher liegen abseits des Hafens
Den richtigen Ankerplatz wählen
Drei Fragen entscheiden über eine ruhige Nacht: Schutz, Grund, Platz.
- Schutz: Liegt die Bucht geschützt vor der aktuellen und der angekündigten Windrichtung? Auch Schwell von vorbeilaufenden Schiffen oder um die Landzunge herum stört mehr als Wind.
- Ankergrund: Sand und fester Schlick halten gut, Seegras und Steine schlecht. Achtung im Mittelmeer: Seegraswiesen (Posidonia) sind vielerorts geschützt — dort ist Ankern verboten und teuer.
- Schwojraum: Das Boot dreht sich um den Anker. Der Kreis muss frei bleiben von Nachbarliegern, Untiefen und der Uferlinie — und die Nachbarn schwojen unterschiedlich.
Erprobte Ankerplätze mit Erfahrungsberichten anderer Crews findest du in der Community-Übersicht der Ankerplätze — sortiert nach Revieren.
Kettenlänge: die Faustregel
Die verbreitete Faustregel lautet drei- bis fünffache Wassertiefe an Kette — bei ruhigem Wetter reicht das untere Ende, bei Starkwind oder unruhiger See gehört deutlich mehr Kette ins Wasser, solange der Schwojraum es zulässt. Gemessen wird die Wassertiefe bei Hochwasser plus die Höhe des Bugbeschlags über der Wasserlinie. Nach dem Fallen des Ankers: Kette langsam stecken, mit Rückwärtsschub eingraben und anhand von Landmarken oder GPS prüfen, ob der Anker hält.
Ankerwache: kontrolliert schlafen
Auch ein gut eingegrabener Anker kann bei drehendem Wind ausbrechen. Bei unsicherem Wetter gehört deshalb eine Ankerwache dazu — klassisch als Wachplan über die Nacht oder elektronisch als Ankeralarm, der bei Verlassen des Schwojkreises weckt. In nautilog ist die Ankerwache eingebaut: Position und Radius setzen, die App überwacht die GPS-Position und schlägt Alarm, wenn das Boot vertreibt.
Bojenfelder: Aufnehmen, festmachen, bezahlen
Bojenfelder sind der Mittelweg zwischen Hafen und Ankern: Die Muring ist professionell verankert, der empfindliche Grund wird geschont, und das Manöver ist einfacher als jedes Ankermanöver. Das Vorgehen:
- Langsam gegen Wind oder Strom (je nachdem, was stärker wirkt) an die Boje heranfahren.
- Den Bojenfänger oder die Muringleine mit dem Bootshaken aufnehmen und eine eigene Festmacherleine durchführen — immer als Schlaufe zurück an Bord, nie nur den Bootshaken einhängen.
- Bei Wind zweite Leine als Backup durchführen.
Bezahlt wird je nach Revier beim Kassierer im Dinghi, per App oder an Land — Preise und Erfahrungen anderer Crews stehen auf den Bojenfeld-Seiten der Community.
Häufige Fragen
Wie viel Kette brauche ich beim Ankern?
Faustregel: drei- bis fünffache Wassertiefe an Kette, gemessen bei Hochwasser plus Höhe des Bugbeschlags. Bei Starkwind deutlich mehr stecken, solange der Schwojraum frei bleibt.
Was ist eine Ankerwache?
Die Kontrolle, ob der Anker hält: klassisch als nächtlicher Wachplan, praktischer als GPS-Ankeralarm, der weckt, sobald das Boot den gesetzten Schwojkreis verlässt.
Wie mache ich an einer Boje fest?
Langsam gegen Wind oder Strom an die Boje, Muringleine oder Bojenfänger mit dem Bootshaken aufnehmen und eine eigene Leine als Schlaufe zurück an Bord führen. Bei Wind eine zweite Leine als Backup durchführen.